
Im Frühjahr 2003 fand Kurt Deppe in seinem Estrich ein Protokollbuch über Hüttlingen aus dem frühen 16.Jahrhundert. Dieses umfasst über 1000 Seiten, ist gut erhalten und hat viele unbekannte Details über Hüttlingen. Da Niemand im Dorf die alte Schrift beherrscht, half uns Frau Elsi Mast aus Münchwilen. Sie übersetzte die folgenden ausgewählten Seiten.
Abschrift
Des Anno 1568 zu Baden erlangten Abscheids
Das Hassen-schiessen belangend
Wir von Statten und Landen der vii
oheten unser Lyotgenoschafft Raht und
Sandboten namlichen Von Zürich Bernhard Von Cham Burgermeister, und Hans Kambli Statthalter und des Rahts, Von Lucern-Hans Heinrich Geisserlin Schultheiss,
Von Uri, Peter Von Pro Land Amman,Von Schweitz Christoff Schornau, Ritter Land Ammann und Panner Herr, Von Underwalde, HansZwasche Ritter alt Land Ammann und Panner Herr, Von Zug Wolffgang Brandenberg Baumeister und des Rahts und Von Glarus Paulus Schuller Land Ammannn, dieser Zeith aus befelh und Vollem gewalt, unser aller Herren und Oberen auff dem tag der Jahr Rechnung zu Baden in dem Ergeüw Versamlet, bekennen und thun kundt mäniglichem offenbar mit dieserem Brieff, dass Vor unser…

Hüttlingen
Vogt Herrschaft über den Hüttlinger Berg
Es ist Ein jeweiliger Gerichtsherr zu Hüttlingen
zugleich auch Vogt Herr über den Hüttlinger Berg und hat die in demselben Vorgehenden Fräfel nach Inhalt der Offnung zubüssen und zustraaffen.
Wann nun in derselben nicht nur eines Gerichtsherren zu dem Berg habende Jura, sondern auch die des selben wegen abgefasste Ordnungen, der Gemeinden Hüttlingen und Mettendorf Rechte, samt
anderen nachrichtlichen Sachen mehr begreifft, als ist dieselbe zu nohtwendigem
Bericht hier beygefügt worden.

Abschrift
Der Offnung und Freijheit des Bergs
halben zu Hüttlingen und Mettendorff
Datirt am Samstag vor dem Sontag 1. udita in der Hasten
Anno 1518
H. Bernhard Schiesser von Glarus
halben zu Hüttlingen und Mettendorff

untz gegen des Münchstobel, da Chundorffer Holtz zustosset und gat dann hinauff untz gen Büttenhart an denselben Hoff, da die Steuwler aufsitzend, der den Grauwen Von Kalchrein zugehört, daselbst staht auch ein Marchstein, und Von demselben Marchstein hinüber an den Hof, da Lüni im Wald auf sitzet, der den heilligen zu Lustorff zugehört und daselbst taht auch ein March, als das fallen thor hanget
Oftem zu dem Lezten Artikel so hat ein Vogt Herr die Rechtung zu Hüttlingen, wen die Pursammj einen Vorster wellend, ist se Von Hüttlingen so soll ein Vogt Herr demselben Vorster das Vorster Ambt leiten zu Hüttlingen, ist se aber Von Mettendorf, so soll se ihm das Ambt leiten zu Mettendorff am Bach, ob man das nicht entberen wolte, darums soll dann der Vorster einem Vogt Herren geben fünff Schilling Pfenning, Von deswegen dass se ihm das Vorstehr Ambt gelichen hat, derselb Vorster soll dann einem Vogt Herren des nachgeschriebenen Bussen angeben und sagen ob in dem Berg be schtehend, bey dem Lide so se ihm geschworen hat Wege fahrlich und was Fräfel se Vernimt und weisst, so im Berg beschehe und die gehörend einem Vogt Herren zu, und mag auch die nemmen, se das nicht entberen wölte.
Oftem zu dem Anderen Artikel, so hat ein Vogt die Ge-

Gerechtigkeit, wann die Pursammj einen Vorster wehlen wend, dass se allen denen von Hüttlingen und Mettendorff pieten jegklichem an drey Schilling Pfening zu der Gemeind so- dann zu dem Berg gehörend gen Hüttlingen ni das Gericht, und welcher dann das gebott überführe und mit käme, so möcht se dann das Gebott nemmen ohne Gnad.
Oftem zu dem Dritten Artikel so soll der Vogt und die Pur-sammj alle Jahr Vier setzen, Von jetwederrem Dorff zween und welcher zu dem Berg gehört und Holtz bedarff, das Verbauen ist, so soll se die Vier Darums bitten, und ist se des nohtürfftig, so sond sie ihm das geben und nit Versagen.
Oftem zu dem Vierten Artikel so hat ein Vogt die Gerechtig- keit, dass se hat zubieten allen denen so zu dem Berg gehör- end an drey Schilling Pfenning gen Hüttlingen ni das Gericht so dikh se als die Pursammj des nothürfftig sind, und zu schaffen hand, es seye Von Fräfel oder Von anderer Sachen wegen, die der Berg berührend, und welcher dann mit käme, der were dem Vogt das fürbott Verfallen, er brächte dann aus, des zu Recht genug were, dass ihn gehirt hatte, Leibi noht oder Herren noht.

Hüttlinger Berg
Mit was beding der Vogt den Gemeinden
Hüttlingen und Mettendorf den halben theil der Bussen überlassen
Es eignet nit nur der buchstäbliche inhalt vorbe- schreibener Berg Offnung, die deselben wegen fallende Bussen einem Gerichts- oder Vogt Herren, sondern da die Ge- meinden Hüttlingen und Mettendorf in anno 1523 mit damaligem Vogt Herren deswegen einen Rechts- handel anfiengen, wurden sie Von Herren Landt Vogt Much- heims Vermög Brieffs pag. 221 Verfelt.
Gleichwohlen hat Gr.Grichtsherr Johan Heinrich Escher den 31 Jenner 1676 mit obgenanten beyden Gemein- den sich dahin Verglichen.
Dass wann über kurz oder lang sich begeben wurde dass

Urtheil-Brieff
Entzwüschen
Joachim von Rappenstain Lins und den Gemein-
den Hüttlingen und Mättendorff anderstheils
Vermögende
Dass die Lüthen so im Berg begangen
werden einem Vogt Herren allein zustan, und den
Gemeinden ichbit daran zugehören solle.
Datirt am Freitag vor St. Jörgentag anno 1523
Niclaus Muchheim von
frj meiner gnädigen Herren und Oberen der Liot-

Hüttlinger Berg
Stein brechen in demselben
Als in anno 1574 Hr. Joachim von Rappenstein
Vogt Herr in dem Berg durch Linen Maurer in einer wildj Steinbrechen lassen, sind beyde Gemeinden Hüttlingen und Mettendorf zugefahren, und wollten seinen Knecht darums mit recht fürnemmen und straaffen, aus grund der Berg sey ihr Väterlich und Mütterlich Leb Guth Sie seyen der Steinen zu ihrer Kirchen Vonöhten, und Vermeinen nit das der Vogt Herr ohne ihren grund wüssen Vud willen darin Stein brechen lassen solle.
Vorüber der Lobj VII Oheten Sandboten folgenden gütlichen Spruch gefelt.
Das sümliche Spann, wie der jetzt erloffen, hin und ab teyn.

Güttlicher Spruch
Entzwüschen
Hr. Joachim von Rappenstein gnt.
Möttelt Eins
und
den Gemeinden Hüttlingen u. Metten-
dorff Andersteils.
Dass Jehner die gebrochene Stein im Berg
himweg führen möge, und so Er künfftig mehrere nehmen, die Gemeinden aber solches
nit zulassen wolten Jedem sein Recht vorbehalten sein solle
Wir von Stetten und Lenderen
der siben Orten der Aydtgenoschafft Rät

Kauff-Brieff
Hr. Goriuslen von Um
Um ein Haus, Hof, Hofraiti und Hofstatt
sig ein Vierling gross im Dorff Hüttlingen, ein Vierling Drissert im Bomgarten gelegen. Danne ein Krautgarten ongfahr ein Halben Vierling gross im Dorff gelegen. p 110 R
Von Andreas Bäbharts sel. Erben.
Datirt Zinstags vor St. Thomas Tag Anno 1573
Hr. Stoffel Rüd geschworner Dreibel
zu Hüttlingen beken und thun kund Allermäniglichen

Hessibohl
Der auff dem Berg nechst bey Lustorff ligende
Hoff der Hesibol genant, welcher an und bey einandern in einem Bezirk ligt, hört der Herrschaft Hüttlingen eigenthümlich zu und begreifft vermög der Kauff Brieffen
Ein Haushoffstatt, Scheür, Bestallung Kraut-
und Baumgarten, alles an und beyeinanderen.
Im Luissen ————————16 mannwercs
Im Acheren in allen drey Zelgen ——58 Jucharten
Im Räben ————————- 1/2 Jucharten
Im Holtz und Boden ————— 10 Jucharten
dieses alles in einem Einschlag stosst jegen auffgang an Fritz Öthlj auf der Grub und an die Lustorffer Güther nidergang und Mutag an gemeldete Güther, mitnacht an den Wald Hof.

Diser Hof ist dermasligem Lehenman
verlihen
Vmb —————— 12 mt Kernen
Vmb—————— 12 mt Faber } jährl. Zinsens
Vmb —————— 12 Gulden Gelt
Auf diserem Hof ist auch ein Weyer, welches wegen mit der Gemeind Lustorff hernach folgen- der Vergleich getroffen worden.
